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Warum setzte ich so etwas ins Internet? Ganz einfach. Es gibt Menschen, die nicht mehr durch die Welt reisen können
und haben wenigstens so die Möglichkeit,, Worms virtuell zu besichtigen.
Drei Rundgänge führen Sie je nach Zeit und Neigung zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Innenstadt. Die Zeitdauer bezieht sich auf ein mittleres Fußgängertempo, berücksichtigt aber nicht den sehr zu empfehlenden Besuch im Museum, im Kunsthaus Heylshof, oder im Raschi-Haus. Ausgangs- und Endpunkt ist die Museumspforte (Weckerlingplatz), wo - wie in Buchhandlungen und der STADTINFORMATION am Neumarkt - Prospekte und spezielle Führer zu erwerben sind.
I. Kleiner Rundgang, Dauer ca. l/2 Stunden (schwarze Rauten - in der realen Welt )
(1) Andreasstift (Museumspforte), dann durch das (2) Andreastor der Stadtmauer rechts entlang der Anlage zum (3) Heiligen Sand (Judenfriedhof/Willy-Brandt-Ring) - weiter oberh. der Anlage, rechts die (4) Reste der Römischen Stadtmauer und das Kunsthaus Heylshof, zum (5) Lutherdenkmal - zurück zum (6) Kunsthaus Heylshof mit dem Heylshofgarten und dem Bereich der 1639 zerstörten (7) Kaiser- und Bischofspfalz: Hier stand 1521 Luther vor Kaiser Karl V. (Relieftafel) - über die Saalstiege (Freitreppe) auf den Schloßplatz zum (8) Kaiserportal des Domes und (nach links) vorbei am (8) Dom-Ostchor oder (nach rechts) dem (8) Dom-Westchor mit ehemaligem (8) Kreuzgang durch das gotische (8) Südportal in den (8) Kaiserdom - Rückkehr zur Museumspforte.
II. Großer Rundgang, Dauer ca. 2 1/2 Stunden (schwarze Punkte) - in der realen Welt )
(1) Andreasstift (Museumspforte), vorbei an der (9) Magnuskirche, zum gotischen (8) Südportal in den (8) Kaiserdom (Innenbesichtigung) - weiter um den ehemaligen (8) Kreuzgang und den (8) Dom-Westchor in den Heylshofgarten mit dem Bereich der ehemaligen (7) Kaiser- und Bischofspfalz und dem (6) Kunsthaus Heylshof zum (5) Lutherdenkmal - durch die Grünanlage auf dem aufgeschütteten Stadtgraben in Richtung 118er Kriegerdenkmal zur früheren (10) Stiftskirche St. Martin und über den Ludwigsplatz mit Barockhäusern (Wambolder Hof neben der Hauptpost, gegenüber an der Ecke ein ehemaliges Stiftsherrenhaus) in die untere Kämmererstraße (nach links) zur (11) Judengasse, Synagoge und zum Raschi-Haus - hinter der Synagoge in die Karolingerstraße (nach rechts), vorbei an (12) Friedrichskirche und Rotem Haus in die Paulusstraße (nach links) zur früheren (13) Stiftskirche St. Paul (heute Dominikanerkloster) - durch die Obermühlgasse in die Petersstraße, vorbei an einer (14) romanischen Hauswand, dem barocken (15) Marktbrunnen (Gerechtigkeitsbrunnen), der (16) Dreifaltigkeitskirche ( wird z.Z. Restauriert ) und der (17) Adlerapotheke (Ecke Neumarkt/Andreasstraße) zum Ausgangspunkt Museumspforte.
III. Stadtmauerrundgang, Dauer ca. 2 Stunden (schwarze Sternchen - in der realen Welt )
(1) Andreasstift (Museumspforte) mit Stadtmauerbogen im Kreuzgang - durch das (2) Andreastor nach rechts zum (3) Heiligen Sand (Judenfriedhof / Willy-Brandt-Ring) zwischen innerer und äußerer Wallanlage - entlang. dem westlichen Mauerzug und den (4) Resten der Römischen Stadtmauer am Kunsthaus Heylshof zum (5) Lutherdenkmal weiter auf dem aufgeschütteten Stadtgraben mit rechts der früheren (10) Stiftskirche St. Martin zum Ende der Anlage (Adenauerring) und zur ehemaligen (2) Martinspforte (nachgebaute Stadtseite am Eingang zur Innenstadt) auf dem Graben vor der (11) Judengasse und Synagoge, vorbei am (2) Raschitor zur Friesenspitze (Judenpforte) und in die Bären- bis zur Affengasse mit der rheinseitigen Stadtmauer, hier durch das (2) Rheinpförtchen auf den Rheintorplatz (Oberblick), dann in die Rheinstraße und gleich links die Haspelgasse mit ihren an die Stadtmauer angebauten Häuschen - St.-Rupert-Str. und Bauhofgasse zum früheren (13) Paulusstift (Ostseite) und weiter zum Torturmplatz mit repräsentativer Mauerfront, (2) Bürger- und Torturm sowie Lutherpförtchen (Fischerpförtchen) - von der Innenseite der Mauer mit Wehrgang über den Fischmarkt und durch die Hagenstraße zum (8) Kaiserdom und zurück zur Museumspforte.
Überall werden Sie kleine Besonderheiten und malerische Durchblicke entdecken. Sollten Sie den Rhein oder Brückenturm suchen: er fließt im Osten ca. 500 m vom Rheintorplatz entfernt. An seinem Ufer schleudert Hagen den Nibelungenschatz in den Strom (Hagendenkmal). Die inmitten von Rebgärten der Liebfrauenmilch gelegene gotische, zweitürmige (10) Liebfrauenkirche erreichen Sie von der Martinspforte oder der Synagoge in Richtung Norden (ca. 10 Minuten). Aber auch der Besuch von Schloß Herrnsheim, das von einem Park umgeben, 3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt, ist zu empfehlen.
Hier kommen Sie vorbei:
(1) Andreasstift mit romanischer Kirche und Kreuzgang des 12./13. Jh., gotischen Erweiterungen sowie jüngeren Veränderungen, heute Museum der Stadt Worms: Vor- und Frühgeschichte, Römer- und Frankenzeit, Mittelalter und Neuzeit, Lutherzimmer. Dauer- und Wechselausstellungen. Geöffnet täglich (außer montags) 10-12 Uhr und 14-17 Uhr.
(2) Stadtmauer, bereits vor dem Jahr 900 genannt, davon größere Partien erhalten. Sie umschließt das Museum mit dem Stadtmauerdurchbruch Andreastor, steht oberhalb des Stadtgrabens hinter dem Dom-Westchor auf Fundamenten der römischen Mauer und findet sich ab der ehemaligen Martinspforte als Nordseite der Judengasse mit dem Stadtmauerdurchbruch Raschitor sowie der Friesenspitze (Judenpforte). Ihre Schauseite nach Osten mit Rheinpförtchen und Rheintor wird am eindrucksvollsten repräsentiert am Torturmplatz durch Bürgerturm, Lutherpförtchen (Fischerpförtchen) und Torturm. Im Gegensatz zur inneren Stadtmauer sind von der äußeren Wallanlage nur an der Liebfrauenkirche und im Judenfriedhof Partien erhalten geblieben.
(3) Heiliger Sand (Willy-Brandt-Ring), ältester. Judenfriedhof Europas mit ca. 2000 Gräbern seit 1076. Vom jüngeren Teil auf dem ehemaligen äußeren Stadtwall eindrucksvoller Domblick. Tagsüber geöffnet.
(4) Reste der römischen Stadtmauer (vor dem Dom-Westchor), die im 3./4. nachchristlichen Jh. einen wesentlich größeren Bereich umfaßte als die jüngere mittelalterliche Stadtmauer.
(5) Lutherdenkmal, das in Figuren und Emblemen das Streben um Kirchenreform, die Reformationszeit und den Lutherreichstag zu Worms von 1521 darstellt. Entwurf von Ernst Rietschel, enthüllt 1868.
(6) Kunsthaus Heylshof, Privatstiftung mit exquisiten Sammlungen: Gemälde, Porzellan, Kleinplastik, Glasmalerei, Gläser, Keramik, Grafik. Sonderausstellungen. Geöffnet täglich (außer montags) von 10-17 Uhr, Oktober bis April 14-16 Uhr. Zum Stiftungsgut gehört der (7) Heylshofgarten
(7) Kaiser- und Bischofspfalz, 1689 zerstört, durch eine Reliefplatte gekennzeichnet. Hier fand am 17./18. April 1521 die weltgeschichtliche Begegnung von Kaiser Karl V. und Dr. Martin Luther statt. An die Stelle der mehrgliedrigen Pfalzanlage mit der Treppe "Saalstiege", von der die städtischen Privilegien verlesen wurden, trat im 18. Jh. ein weiter nach Westen versetztes Barockschloß, dessen Keller im Gelände noch erkennbar sind (zerstört 1794). Heute der Heylshofgarten.
(8) Kaiserdom St. Peter, doppelchörige Anlage mit vier Türmen und zwei Kuppeln, erbaut 11.-12. Jh., die Kirche und Staat des Hochmittelalters repräsentiert. Tagsüber geöffnet. Reicher ornamentaler Schmuck, besonders auch am monumentalen Ostchor und dem den Dombau um 1200 abschließenden reich gegliederten Westchor. Hauptportal das Kaiserportal auf der Nordseite ("Streit der Königinnen" im Nibelungenlied). Heutiger Eingang durch das gotische Südportal (spätes 13. Jh.), dessen figürliche Gestaltung als "steinerne Bilderbibel" bemerkenswert ist. Im Inneren der Basilika mit Querhaus romanische und spätgotische Steinbildwerke, der Ostchor nach dem Stadtbrand 1689 barock ausgestaltet, Hochaltar von Balthasar Neumann, Grabflege für fünf Generationen der Familie der Salier. Zum Dombezirk gehörten neben der (7) Kaiser- und Bischofspfalz die um einen ursprünglich romanischen Kreuzgang angelegte Bistumsverwaltung im Süden und die gotische Nikolauskapelle.
(9) Magnuskirche am Weckerlingplatz, ursprünglich karolingische Einraumkirche des 8./9. Jh., später erweitert. Pfarrkirche des (1) Andreasstiftes. Frühe evangelische Predigtkirche und Ausgangspunkt der Reformation in Worms um 1521.
(10) Stiftskirche St. Martin am Ludwigsplatz, dreischiffige Pfeilerbasilika mit Bauformen ab 12. Jh. und geradem Chorabschluß der "Wormser Schule". Bis in das 15. Jh. Grabflege der Kämmerer von Worms, genannt von Dalberg (Schloß in Herrnsheim). Unter der Kirche angeblich einstmals der Kerker des Heiligen Martin.
(11) Judengasse und Synagoge, seit dem 11. Jh. blühende Jüdische Gemeinde mit Talmud-Hochschule, an der Raschi von Troyes studierte. In den (2) Stadtmauerbogen zwischen Martinspforte und Judenpforte schmiegt sich das Wohnviertel mit Synagoge (1034, Neubau 1174/75), Frauensynagoge und Judenbad. Führung. (Geöffnet täglich 10-12 Uhr und 14-17 Uhr, November - April 10-12 Uhr und 14-16 Uhr). Umfangreiche Renovierungsarbeiten der letzten Jahre,z.B. Häuser »ZurBüchs, »Zur Kante-,»Zum Bären«, Raschi-Haus, ehem. Lehrhaus, Judenspital und Tanzhaus, jetzt Stadtarchiv und Jüdisches Museum. Geöffnet täglich (außer montags) 10-12 Uhr und 14-17 Uhr.
(12) Friedrichskirche und Rotes Haus, Kirche der reformierten Gemeinde, erbaut 1744, und einzig erhaltenes bürgerliches Renaissancegebäude, erbaut 1624. Heute evangelisches Gemeindezentrum.
(13) Stiftskirche St. Paul, errichtet durch den Domerbauer Bischof Burkhard 1016 anstelle der salischen Stammburg als dreischiffige Pfeilerbasilika. Romanischer fünfseitig geschlossener Chor und Westbau mit Achteckkuppel (13. Jh.), letzterer an die steingedeckten Rundtürme angelehnt. Langhaus nach Stadtzerstörung 1689 als barocke Halle erneuert. Portal mit Nachbildung der Hildesheimer Bernwardstür. In den Stiftsgebäuden um den Kreuzgang jetzt Dominikanerkloster.
(14) Romanische Hauswand, Teil eines großen Stadthauses aus dem 13. Jh.
(15) Marktbrunnen, auch als "Gerechtigkeitsbrunnen" bezeichnet, vor dem jüngeren Rathaus. Ursprünglich 1778 an der Stelle des heutigen Siegfriedbrunnens errichtet von einer Brunnennachbarschaft zur Deckung des Wasserbedarfes. Figuren: Neptun (links), Herkules (rechts), Justitia.
(16) Dreifaltigkeitskirche,1709-1725 vom Magistrat erbaut als lutherische Stadtkirche. Das Innere nach Zerstörung 1945 modernisiert. Weite evangelische Hallenkirche. Tagsüber geöffnet.
(17) Adlerapotheke, qualitätvolles und repräsentatives Bürgerhaus der ersten Hälfte des 18. Jh.
(18) Winzerbrunnen, eine Stiftung der Interessengemeinschaft Wonnegauer Weinkeller - 1983 geschaffen von dem Wormser Bildhauer Gustav Nonnenmacher als Mittelpunkt der Fußgängerzone Kämmererstraße
(19) Wormser Schicksalsrad, 1986 gestiftet vom Elektrizitätswerk Rheinhessen AG (EWR) und gestaltet von Gustav Nonnenmacher.
(20) Liebfrauenkirche im Liebfrauenstift. Bedeutender spätgotischer Bau (14./15. Jh.) inmitten der Weingärten der weltbekannten Liebfrauenmilch.
(21) Ludwigsplatz, mit Denkmal (Obelisk) zu Ehren des 1892 verstorbenen hessischen Großherzogs Ludwig IV (Einweihung 1895).